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InterCity-Ergänzungssystem (DC-Züge); Teil 2

 

 

Der Fahrplanwechsel am 30. Mai 1976 brachte weitere Einschnitte im InterCity-B-Netz mit sich. Erneut traf es, ähnlich wie bereits im Jahr zuvor, das Angebot auf den Ergänzungslinien.

 

Das verbliebene Zugpaar auf der Linie 13 wurde eingestellt und somit auch das Schicksal dieser Ergänzungslinie besiegelt. Die Linie 15 verlor die Hälfte ihre bis dato verkehrenden Verbindungen, während das Angebot auf der Linie 17 nur dadurch konstant gehalten werden konnte, da man das bestehende Schnellzugpaar D 750/751 im Abschnitt zwischen Nürnberg und Karlsruhe zum City-D-Zug hochstufte. Zwischen dem Emsland und dem Rhein-Main-Gebiet ging darüber hinaus noch der DC 910 verloren und der DC 917 verkehrte fortan nun noch an Sonn- und Feiertagen.

 

Deutlich kürzer fällt inzwischen die Übersicht der im InterCity-Ergänzungssystem eingesetzeten DC-Züge aus:

 

Linie 11

DC 912 "Ostfriesland" Frankfurt/M - Norddeich Mole

DC 913 "Münsterland" Emden - Frankfurt/M

DC 914 "Münsterland" Frankfurt/M - Emden

DC 915 "Emsland" Emden - Frankfurt/M

DC 917 "Ostfriesland" Norddeich Mole - Frankfurt/M

DC 918 "Westfalenland" Frankfurt/M - Bielefeld

DC 919 "Westfalenland" Bielefeld - Frankfurt/M

 

Linie 12

DC 970 "Taunusland" Stuttgart - Kassel

DC 971 "Hessenland" Kassel - Frankfurt/M

DC 972 "Hessenland" Frankfurt/M - Kassel

DC 973 "Ederland" Kassel - Frankfurt/M

DC 974 "Ederland" Frankfurt/M - Kassel

DC 977 "Neckarland" Frankfurt/M - Stuttgart (mit Kurswagen Westerland - Kassel - Frankfurt/M - Stuttgart)

 

Linie 13

wurde zum 30. Mai 1976 eingestellt

 

Linie 14

DC 940 "Siegerland" Kassel - Köln

DC 941 "Schwälmerland" Köln - Kassel

DC 942 "Werraland" Göttingen - Köln

DC 943 "Siegerland" Köln - Göttingen

DC 944 "Schwälmerland" Kassel - Köln

DC 945 "Werraland" Köln - Göttingen

 

Linie 15

DC 900 "Rheinland" Saarbrücken - Düsseldorf

DC 903 "Saarland" Koblenz - Saarbrücken

DC 905 "Rheinland" Düsseldorf - Saarbrücken

 

Linie 16

DC 951 "Frankenland" Saarbrücken - Nürnberg

DC 952 "Frankenland" Nürnberg - Saarbrücken

 

Linie 16a Saar-Pfalz-City

für diese Linie wurden keine eigenen DC-Züge eingerichtet

 

Linie 17

DC 750 "Badenerland" Hof - Nürnberg - Aalen - Karlsruhe - Strasbourg (mit Kurswagen Bayreuth - Nürnberg - Strasbourg)

DC 751 "Schwabenland" Strasbourg - Karlsruhe - Backnang - Nürnberg - Hof (mit Kurswagen Strasbourg - Nürnberg - Bayreuth)

DC 961 "Luginsland" Stuttgart - Backnang - Nürnberg (mit Kurswagen Stuttgart - Nürnberg - Berlin)

DC 962 "Enzland" Stuttgart - Karlsruhe

DC 963 "Enzland" Karlsruhe - Stuttgart

DC 964 "Schwabenland" Nürnberg - Aalen - Karlsruhe (mit Kurswagen Görlitz - Nürnberg - Stuttgart)

DC 966 "Luginsland" Nürnberg - Backnang - Stuttgart (mit Kurswagen Prag - Nürnberg - Stuttgart)

DC 967 "Badenerland" Karlsruhe - Aalen - Nürnberg

 

Linie 18 *

DC 480 "Hegauland" Zürich - Singen - Stuttgart

DC 481 "Schweizerland" Stuttgart - Singen - Zürich

DC 482 "Schweizerland" Zürich - Singen - Stuttgart

DC 483 "Hegauland" Stuttgart - Singen - Zürich (mit Kurswagen Stuttgart - Singen - Konstanz)

* verkehren im Abschnitt Singen <-> Zürich als Schnellzüge

 

Linie 18a Saale-City / Neckar-City

für diese Linie wurden keine eigenen DC-Züge eingerichtet

 

Linie 21 Kurhessen-City

für diese Linie wurden keine eigenen DC-Züge eingerichtet

 

Linie 22 Kurhessen-City

für diese Linie wurden keine eigenen DC-Züge eingerichtet

 

Linie 23 Förde-City

DC 824 "Förde-City" Hamburg - Kiel

DC 826 "Förde-City" Hamburg - Kiel

DC 827 "Förde-City" Kiel - Hamburg

 

Linie 24 Hansa-City

DC 887 "Hansa-City" Lübeck - Hamburg

 

Linie 25 Weser-City

keine Daten für das Fahrplanjahr 1976/77 vorhanden

 

Linie 26 Oldenburg-City

keine Daten für das Fahrplanjahr 1976/77 vorhanden

 

Linie 27 Welfen-City

diese Linie wird nur noch durch Schnell- und Eilzüge bedient

 

Linie 28 Donau-City

diese Linie wird nur noch durch Schnell- und Eilzüge bedient

 

Linie 29 Wiking-City

diese Linie wird nur noch durch Schnell- und Eilzüge bedient

 

Von den Anschlusslinien waren die City-D-Züge inzwischen fast vollständig verschwunden. Das Konzept des InterCity-B-Netzes dürfte zu diesem Zeitpunkt insgesamt bereits infrage gestanden haben.

 

Zum einen beschäftige man sich seitens der Deutschen Bundesbahn bereits mit der Weiterentwicklung des InterCity-A-Netzes und zum anderen fehlte es nach wie vor an typischen Produktmerkmalen an denen sich die Kunden des Ergänzungssystems hätten orientieren können.

 

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Mit einem weitgehend unveränderten Angebot starteten die verbliebenen DC-Züge am 22. Mai 1977 in ihre letzte Fahrplanperiode. Auf der Linie 15 wurden noch einmal Zugnummern und -namen getauscht, während auf den Anschlusslinien die Züge 826 und 827 die beiden letzten verbliebenen DC-Verbindungen darstellen sollten.

 

Am 27. Mai 1978 endete schließlich die kurze Ära der City-D-Züge nach nur fünf Jahren bereits schon wieder. Viele dieser Verbindungen blieben als eigenständige Zugläufe erhalten, wurden zumeist als D-Züge fortgeführt und erlebten rund 10 Jahre danach eine Art Renaissance mit dem Beginn des InterRegio-Zeitalters.

 

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Der spätere Erfolg des InterRegio-Systems in den 1980er und 1990er Jahren blieb dem InterCity-B-Netz in seiner damaligen Form leider versagt.

 

Fehlende Anschlussmöglichkeiten für Reisende der 2. Wagenklasse in den Umsteigebahnhöfen zu den Zügen des "A-Netzes", die oft nicht konsequente Führung des "B-Netzes" selbst und die in der Praxis fehlenden Standards in Bezug auf Service und Wagenmaterial trugen dazu bei, dass bei den Reisenden die Akzeptanz für das Angebot des Ergänzungssystems bereits nach kurzer Zeit verloren ging oder sich gar nicht erst entwickeln konnte.

 

Bei der Einführung des InterRegio-Netzes im Sommer 1988 hatte man aus diesen Fehlern gelernt und sich die Weiterentwicklung des damaligen EuroCity-/InterCity-Netzes zu nutzen gemacht. Die InterRegio-Züge verkehrten nach einem festen Takt-Fahrplan, in Blockzugbildung und führten in aller Regel einen Bistro-Wagen für das leibliche Wohl der Reisenden mit sich.

 

Erkennen konnte man an die InterRegio äußerlich auch an ihrer eigenen, produkttypischen Farbgebung und ihrem speziell gestalteten Innnenraumkonzept. Während mit dem City-D-Zug seinerzeit die äußerliche Farbgestaltung der sogenannten "Pop-Wagen" gerne in Zusammenhang gebracht wurde. Ein Farbkonzept dass eine ähnlich kurze Blütezeit erlebte wie das InterCity-Ergänzungssystem und ab Mitte der 1970er Jahre dem Farbkonzept "ozeanblau-beige" für Lokomotiven und Reisezugwagen, unterhalb des Premium-Segments (TEE und IC) weichen musste.

 

 

 

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